Eine verständliche Erklärung des Model Context Protocols von Anthropic – und warum dieser offene Standard für lokale Unternehmen mit Online-Terminbuchung wichtig wird.

Früher hatte jedes Gerät seinen eigenen Stecker. Das Handy einen, die Kamera einen anderen, der Drucker wieder einen anderen. Wer den falschen Adapter dabei hatte, schaute in die Röhre. Dann kam USB-C: ein einziger Anschluss, der zu fast allem passt. Laptop, Kopfhörer, Telefon – ein Kabel für alles.
Genau dieses Problem hatte die KI-Welt jahrelang auch. Und die Lösung trägt einen sperrigen Namen: MCP, das Model Context Protocol.
MCP ist ein offener Standard, den das KI-Unternehmen Anthropic (die Firma hinter dem KI-Assistenten Claude) am 25. November 2024 vorgestellt hat. Der Zweck in einem Satz: Eine KI soll auf einfache, einheitliche Weise mit deinen Programmen und Daten sprechen können.
Das klingt technisch, ist aber im Kern simpel. Bisher waren KI-Assistenten – wie Anthropic es selbst formuliert – „hinter Informationssilos und Altsystemen eingesperrt". Sie wussten viel, konnten aber nicht in dein Buchungssystem, deinen Kalender oder deine Kundendatei schauen. Für jede einzelne Verbindung brauchte es eine teure Sonderanfertigung von Programmierern.
MCP ersetzt fragmentierte Einzellösungen durch einen einzigen Standard – den USB-C-Anschluss zwischen künstlicher Intelligenz und der Software, die dein Geschäft am Laufen hält.
Statt für jedes Programm ein eigenes „Kabel" zu bauen, gibt es jetzt einen universellen Anschluss. Deshalb hat sich für MCP der Spitzname „USB-C für KI" durchgesetzt.
Stell dir vor, du müsstest für jedes neue Haushaltsgerät erst einen Elektriker rufen, der ein passendes Kabel von Hand lötet. Genau so funktionierte die Verbindung von KI zu Software bisher: aufwendig, teuer, fehleranfällig.
MCP löst drei Dinge auf einmal:
Ein Standard ist nur so gut wie seine Verbreitung – und hier ging es schnell. Schon zum Start waren Unternehmen wie Block und Apollo dabei, dazu Entwickler-Werkzeuge wie Zed, Replit, Codeium und Sourcegraph. Fertige MCP-Verbindungen gab es von Anfang an unter anderem für Google Drive, Slack, GitHub und Postgres.
Entscheidend ist aber, dass auch die Konkurrenz mitgezogen hat: OpenAI (die Firma hinter ChatGPT) übernahm MCP im März 2025, Google DeepMind folgte im April 2025. Im Dezember 2025 übergab Anthropic den Standard an die Agentic AI Foundation unter dem Dach der Linux Foundation – damit gehört MCP nicht mehr einer einzelnen Firma, sondern der Allgemeinheit. Genau wie USB-C.
Hier wird es konkret. Nimm einen Friseursalon, eine Physiopraxis oder eine Kfz-Werkstatt mit Online-Terminbuchung auf der Website.
Mit einem MCP-Anschluss kann ein KI-Assistent direkt mit deinem Buchungssystem oder deiner Kundenverwaltung (CRM) sprechen. Eine Kundin schreibt: „Ich brauche nächste Woche einen Termin am Nachmittag." Der Assistent kann dann:
Kein manuelles Hin und Her, keine verpasste Anfrage um 22 Uhr. Die KI wird vom netten, aber tauben Gesprächspartner zum echten Mitarbeiter, der ins System greifen darf – sicher und kontrolliert.
Bei fischerdev bauen wir moderne Websites für lokale Unternehmen – mit integriertem Terminbuchungssystem. Und wir denken den nächsten Schritt schon mit: Websites, die über offene Standards wie MCP an KI-Assistenten andocken können, damit Verfügbarkeiten geprüft und Termine automatisch gebucht werden. Schnell, mobil optimiert und vorbereitet auf eine Welt, in der KI mitbucht.
Du willst wissen, wie eine KI-fähige Website mit Buchungssystem für dich aussehen könnte? Sprechen wir darüber – wir erklären es ohne Fachchinesisch.